Vantastic Custom Delivery

Vantastic Custom Delivery

 

„Duvall“ Odyssee

 

 

Testors, Maßstab 1:24

Eigentlich ist ja mal wieder der Günther schuld. Zwar nur indirekt aber halt doch. Er hatte nämlich vor einiger Zeit schon im Internet einen Hersteller aufgetan, der Duvall-Scheibenrahmen im korrekten Maßstab herstellt. Also fix bestellt und schon war ich stolzer Besitzer eines solchen Rähmchens. Doch was tun damit? Also den Begriff ins Internet geschickt und unzählige Bilder angeschaut. Da gab es massenweise Roadster aus den 30ern, hauptsächlich aus der Ford-Familie, zu bestaunen. Alle sehr schön, aber halt nicht ganz das was ich suchte.

 

Bis ich auf ein Bild traf, das mich sofort in seinen Bann zog: Ein gechopter mittdreißiger Ford Delivery mit eben dieser Windschutzscheibe! Das isser! Sowas will ich auch haben!

Der Basis-Kit für das Projekt war sehr schnell gefunden, nämlich der „Vantastic“-Kit von Testors – ein tiefergelegter 37er Ford Delivery, ideal für mich zum Zerstückeln.

Als erstes natürlich den Scheibenrahmen auf die Karosserie gesetzt – Mist, passt nicht! Viel zu schmal und auch die Biegung passte nicht.

Was jetzt? Auch ein extra von einem Mitglied unserer Whatsapp-Gruppe gedrucktes Exemplar (danke, Thomas!) wollte nicht recht passen. Ebenso das Teil aus dem Ford Phantom Kit, den Gerhard völlig selbstlos spendierte, war nicht geeignet.

 

Was dann letztendlich passen sollte, war der Scheibenrahmen eines Mercedes 540 Roadsters, der bereits einiger Teile entledigt, im Schrank lag. Die Rundung passte, dafür war das Teil diesmal viel zu breit. Aber schmäler geht leichter als breiter! Also fluchs den Rahmen entchromt, in drei Teile zersägt und der Breite entsprechend auf die Karosserie geklebt, Anschließend die Nähte verspachtelt – fertig! Ob es sich hier um eine richtige Duvall-Scheibe handelt, oder es nur so ähnlich aussieht, weiß ich nicht. Für mich war´s die einzige Lösung...


Dann ging´s dem Heck ans Leder. Das Vorbild hat einen wunderschönen Entenhintern, der unten nach hinten ausläuft, wobei beim Kit das Heck einfach steil nach unten abfällt. Nein, geht ja gar nicht!

 

Beholfen habe ich mir da mit dem Heckteil eines uralten und verunfallten Cadillacs aus den frühen 30s, der ebenfalls bei den Schlachtkits auf sein Schicksal wartete. Ich habe dann das Ford-Heck, gegen das verschmälerte vom Cadillac getauscht, ebenfalls die hinteren Kotflügel auf die gleiche Weise verlängert.


Anschließend ging´s vorne weiter, ich wollte die Scheinwerfer verschwinden lassen. Die sollen dann, a la Peugeot aus den 30ern, hinter dem Grill versteckt sein. Ich habe also die Scheinwerfer aus den Kotflügeln herausgebohrt und die Löcher mit viel Evergreen und Spachtel wieder aufgefüllt. Fragt bitte nicht, wieviele Spachtel- und Schleifdurchgänge ich hinter mir habe, bis die Rundungen der Kotflügel wieder passte...

Jetzt wurde das Dach gechoppt. Das Dach habe ich entlang der Gürtellinie abgetrennt und einen ca. 4mm breiten Streifen abgeschnitten. Nach dem choppen passte das Dach zwar in der Breite noch, dafür war es viel zu kurz. Deshalb das Dachteil noch in der Mitte durchtrennt und mit einem entsprechenden Streifen Evergreen verlängert. Dann noch die gebogenen Seitenfenster ausgefeilt und alles wieder auf den Body gesetzt. Und dann auch hier wieder Spachteln, Schleifen...


 

 

 

Nachdem dann noch die Zierleisten aus Evergreen ergänzt waren, konnte es „schon“ mit dem Lackieren losgehen. Ich habe mich diesmal für ein „lautes“ Grünmetallic von Duplicolor entschieden, das Vinyldach ist mit Edding auflackiert.


Das Interieur hatte auch ein paar Eigenheiten parat, vor allem die Seitenteile bestehen bei dem Kit aus drei Teilen, wobei das mittlere Teil an die Karosserie angegossen ist. So hat man leider am oberen Rand jeweils zwei Spalten, die man leicht sieht. Den Sinn dieser Konstruktion habe ich leider nicht kapiert, zum Glück passen die Teile sehr gut zusammen, so hält sich der Makel in Grenzen. Nachdem die hintere Abtrennung zum Laderaum hin in der Höhe gekürzt, und alles in beige bepinselt war, konnte das Innenleben problemlos eingesetzt werden.

Leider passt das obere Karosserieteil nicht so recht mit dem unteren zusammen, so dass im Bereich hinter den Türen ein kleiner Spalt stehen bleibt. Die spaßigen Herren bei Testors scheinen den Mangel aber zu akzeptieren, da man bereits in der Bauanleitung darum gebeten wird, man möchte doch mittels einer Strebe den betreffenden Bereich etwas nach außen spreizen, damit die Teile besser passen.

Ich hab´s zum Glück noch vor´m Lackieren versucht, mit dem Ergebnis, dass mir durch die Spannung einige Spachtelstellen wieder aufgeplatzt sind. Also die doofe Strebe wieder entfernt und die Schäden erneut zugeschmiert.

 

 

Das Fahrwerk und Antrieb wurden 1 zu1 aus dem Testors-Kit übernommen. Hie passten die vielen Teile extrem gut zusammen und konnten ohne jede Bearbeitung verwendet werden.

Etwas mehr Arbeit machte der wunderschöne Grill, der leider unverchromt dem Kit beiliegt und von mir komplett mit BMF „verchromt“ wurde.

 

Die Stoßstangen stammen noch vom bereits erwähnten Cadillac, da ja der Testors-Ford keine vorsieht. Dafür musste ich dann noch extra Befestigungen und Halterungen basteln, An der vorderen muss ich wohl nochmal Hand anlegen...

So konnte ich mir mal wieder ein kleines Träumchen erfülllen, das mir zwar sehr viel Arbeit machte aber jetzt umso mehr Freude.

Und dass sich im Nachhinein im Heckbereich an ein paar kleinen Stellen der Spachtel abgesenkt hat, ist zwar ärgerlich aber ignorierbar.

 

Und für die übrigen Scheibenrahmen habe ich auch schon einige Ideen...

Robert Eiber, Großschwarzenlohe

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Kommentare: 4
  • #1

    Christian (Samstag, 29 März 2025 18:32)

    Lieber Robert, Deine Hommage an den So-Cal Plating Delivery Van ist sehr schön geworden. George Du Vall hätte ihn sicher geschätzt. Er hat die damals üblichen Scheinwerfer auch als Störung der Linie empfunden.
    Ob Du nun einen vom 3D Drucker als „Du Vall Vee Windshield“ bezeichneten Rahmen oder einen die Form in sich tragenden anderer Herkunft verwendet hast, wäre ihm sicher egal. Hauptsache, die Linie stimmt, und das tut sie. Wie im Artikel von Rod and Custom beschrieben, hat er selber diverse Versionen für die unterschiedlichen Anwendungen hergestellt.
    Die Herausforderungen beim Umbau der Carrosserie kann ich dank meines aktuellen Autobianchi-Projekts gut nachempfinden. Aber das mögen wir ja an unserem Hobby. Du Vall hatte an seiner originalen Ausgangsbasis deutlich mehr zu ändern, wenn man den Artikel liest.
    Tolles Modell, sicher was Besonderes in Deinem Custom Oeuvre und definitiv eleganter als das, was der Ausgangsbausatz hergeben wollte.

  • #2

    Reinhold (Montag, 31 März 2025 16:14)

    Wieder ein Umbau zum Zunge schnalzen! Einmalig schöne Stromlinienform! Bravo Robert.

  • #3

    mikeof55 (Dienstag, 01 April 2025 16:35)

    Hallo Robert,
    dass Umbauten viel Arbeit machen, weiß ich aus Erfahrung. Und kleine Unschönheiten, (die man selbst zwangsläufig am besten kennt,) hat praktisch jedes Modell; that's live.

    Also von mir ein lautes
    CHAPEAU!

  • #4

    Günther (Dienstag, 01 April 2025 21:49)

    Jawoll ! C H A P E A U !!! Ist ein Endgeiles Teil geworden.